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Reklame – Historie Seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert begleitet uns die Reklame durch die verschiedenen Epochen.
Zu den frühesten Formen der Reklame gehören Zeitungsannoncen, in denen mit Medaillen und Hofdiplomen, mit Fabrikansichten als den „Adelspalästen der Arbeit“ und mit rauchenden Schloten geworben wurde, die den Industriefleiß demonstrierten.
Dieses ältere, konservative System der Reklame wurde noch vor 1900 abgelöst von einer Reklame, die stark von den Formen der Schriftgestaltung und der graphischen Kunst des Ornaments geprägt war.
Hatten zu Beginn der Industrialisierung die Unternehmen noch selbst die Anzeigen entworfen, so entstand mit wachsender ökonomischer Bedeutung der Werbung ein Markt von Spezialisten, für deren Gestaltung.
Das Sprichwort „Der Kunde ist König“ - stammt wohl aus der Zeit, in der einige Hersteller damit warben Hoflieferant des damaligen Königs/Kaisers zu sein. Dies war zu dieser Zeit insofern besonders, als dass bisher nur die höhere Bevölkerungsschicht in den Genuss solcher Güter wie Schokolade(z.B. Rüger) kam.
Die Entstehung von miteinander konkurrierenden Artikeln gleicher Art erforderte eine neue Verkaufsstrategie: Die Produkte erhielten Eigennamen, woraus wiederum die Markenartikel entstanden wie „Persil“, „Sarotti“, „Odol“ usw.
Neben der Zeitungsannonce entwickelte sich das Schild zu einem der wichtigsten Werbemedien der Jahrhundertwende. Das witterungsbeständige Emailschild als Dauerplakat, das erstmals industriell 1893/94 in Deutschland hergestellt wurde, verdrängte das Blechschild in der Außenwerbung und vollzog einen Siegeszug durch alle Markenbereiche. Ziel der Unternehmen war es, ihren Produkten eine unverwechselbare Identität auf langer Sicht zu verleihen. Um dies zu erreichen, musste man möglichst viele Emailschilder im Land verteilen. Dazu wurden eigens Schilderkolonnen losgeschickt, so dass man fast bald an jedem Tante-Emma-Laden, im noch so kleinen Dorf, Emailschilder sah. Kritiker sprachen sogar schon von einer „Blechpest“, was wiederum viele Firmen veranlasste, Künstler wie z.B. Ludwig Hohlwein oder Hans Lindenstaedt zu engagieren, die der Plakatreklame eine künstlerische Gestaltung verliehen.
Der Zeitraum nach dem 1. bis zum 2. Weltkrieg war die „Blütezeit“ der Emailschilder. Die Zeit des Wiederaufbaus mit dem allgemein herrschenden Enthusiasmus und dem Einfluss Amerikas färbte sich auch auf die Emailschilder ab. So wurden die Schilder grafisch stilvoller und insgesamt leuchtender. Es wurden aber bei weitem nicht mehr so viele Emailschilder produziert wie vor dem 2. Weltkrieg. Die anfangs als nützlich empfundene Qualität des Emails, versprach dem Schild eine lange Haltedauer. Dies entwickelte sich zum Nachteil bzw. zur vollständigen Ablösung des Emailschildes, da sich ab ca. 1960 die einzelnen Produkte immer schneller entwickelten und veränderten, so dass für einen dauerhaften Werbeträger bald keine Verwendungsmöglichkeit mehr bestand.
Eines der letzten, rein für Werbezwecke produzierten Schilder ist das „Roth-Händle“ Schild von 1977.
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